Tja, wir hatten gehofft, die Fortsetzung unserer Tierschutzepisode vom letzten Jahr könnte Ende April erscheinen, aber... wie das so oft im Leben ist...- leider wurde diesmal der Artikel nicht zur Veröffentlichung angenommen! - Ihr könnt ihn dennoch lesen und findet ihn unter: Rudel gesucht! Clement.
Kleine Prinzessin im Doppelpack: das Ü-Ei oder Andalusier lernt Pyrenäisch -Teil 1 (Ostern 2007)
Es ist soweit, die Hasen und Feldkaninchen tummeln sich hier bei uns schon seit einigen Wochen emsig auf den Wiesen und Feldern, ein sicheres Zeichen, dass es bald wieder Zeit für die bunten Eier und sonstige Osterleckereien ist. Womit wir schon beim Thema wären, denn letztes Ostern gab es für uns, Ariette und Bijou, eine ganz besondere Osterüberraschung.
Dass wir uns als Hüte-Hunde schon immer nach einem Osterlamm zum Hüten gesehnt haben, könnt ihr euch sicher denken. Aber was dann so drei Tage vor Ostern in unser Nest gesetzt wurde, war total unfassbar: ein völlig unterernährtes, mageres, dreckig- weißes, stark müffelndes, echtes andalusisches Hundeschaf, besser gesagt ein Hundeschafsbock!
Was für eine Aufregung und was für ein Gezeter in unserer Hütte entstand, könnt ihr euch sicher vorstellen. Wir hatten ja schon geahnt, dass Frauchen wieder irgendetwas am organisieren war. Keiner hatte jedoch glauben wollen oder auch können, dass sie es schaffen würde, dieses zu bedauernde Geschöpf aus der spanischen Tötungsstation in Puerto Real / Cadiz herauszuholen. Aber wir sollten langsam wissen, dass hund Frauchen nicht unterschätzen darf. Wenn sie sich was in den Kopf setzt, ist sie nun mal ähnlich wie wir Bergers - aufgeben gibt’s nicht! - Und nun war er da, früher als geplant.
Recht kurzfristig hatte sich ein Flugpate gefunden und so kam dieses ausgemergelte Wesen am 12. April 06 mit seiner netten Flugpatin am Rhein/Main Flughafen an. Frauchen wusste im Vorfeld nicht viel von diesem Überraschungspaket, das sie sich über ein Foto ausgesucht hatte. Bekannt war nur “Griffon-Mischling” (wir vermuten ein Grand Basset Griffon Vendéen hat mitgemischt), der mit anderen Hunden verträglich und unheimlich verschmust sei. Das Alter wurde mit 1-2 Jahren angegeben und die Größe war wohl auch leicht untertrieben, aber vielleicht haben die ja in Spanien auch ein anderes Maßband. Jedenfalls hatte Frauchen gleich am Flughafen die erste Hürde zu überwinden.
Die Flugkiste, in der er kam, war viel größer als erwartet und passte nur hochkant durch die Aufzugstür. Da man einen Hund ja nun nicht auf dem Kopf stehend Aufzug fahren lassen kann, musste der Hundemann schon am Flughafen aus der Transportkiste raus. Entgegen aller Warnungen und vorherigen Anweisungen der beteiligten Tierschützer nahm Frauchen ihn dann einfach an die Leine und trabte quer durch den Flughafen mit ihm. Das hat er nach ihren Aussagen gemeistert wie ein Profi - kein hysterisches Gehabe wegen der vielen Leute und Geräusche! Die erste Hürde war also genommen, aber es sollten noch viele Hürden folgen. Einer der größten Hürden waren natürlich wir zwei. Sicher war Frauchen klar, dass wir diesen Neuzugang nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen würden und es gab für den Notfall auch einen Plan B, nämlich die Möglichkeit einer Vermittlung an eine nette Familie ohne Pyrenäen -Kommando im Haus. Unser erstes Zusammentreffen wurde mit einem Gassigang verbunden. Soweit so gut, da freuen wir uns ja über Hundegesellschaft. Nur Bijou ist immer etwas zögerlich, besonders wenn die Hunde größer sind als sie. Aber dieser Hund ging danach mit uns nach Hause und größer und so fremd riechend war er auch noch. Das war nun wieder nicht mehr so spaßig! Es folgten schlimme Tage mit beleidigtem Widerspruch unsererseits und Frauchen war kurz davor Plan B anzuleiern. Da sorgte ein recht trauriges Ereignis für die nötige Wende. Leider ging es Frauchens Papa gesundheitlich immer schlechter und sie musste für einige Tage zu ihm fahren. Um ein bisschen Ruhe in die Hütte zu bringen, hat sie kurzerhand den Neuen mitgenommen und uns zum Erholen bei den Jungs gelassen. So hatte sie auch die Chance den Andalusier unbeeinflusst von uns etwas besser kennen zu lernen.
Als sie wieder nach Hause kam, hat sie allen unter Tränen berichtet wie Opa, der ja eigentlich schon ganz weit weg in seiner eigenen Alzheimer - Welt lebte, über unseren Neuen noch einmal kurzfristig in unsere Welt eingetaucht ist. Dazu muss man erklären, dass Opa früher auch immer Hunde hatte und irgendwie hat ihn dieser arme, geschundene und misshandelte Hund, der so große Angst vor ihm hatte, gerührt. Frauchen berichtete, dass Opa einen ganzen Morgen lang versucht hat den Neuen mit Brotkrusten zu sich zu locken. Immer wieder murmelte Opa den Satz “was Menschen Tieren antun” und weinte dabei. Tja, unser Andalusier hat schließlich seine Angst überwunden und ist zu Opa hin und hat ihn gestupst. Welch Freude und Glück der alte Mann in seinen letzten Tagen noch mal erfahren durfte!
“Das war’s denn wohl”, dachten wir, “den gibt Frauchen jetzt nicht mehr her und wir arrangieren uns besser!” Aber nicht nur arrangieren mussten wir uns, es gab für uns alle sehr viel zu lernen und es war ein langer Weg.
Was wir ihm so alles beibringen mussten: Offene Treppen steigen; Joghurt Becher auslecken; im Auto vor Freude über den anstehenden Gassigang quietschen; wer unsere Freunde und unsere Feinde sind; die Individualdistanz von Bergers sollte man besser berücksichtigen; mit den Launen der Weiber ist nicht zu spaßen; Futter gibt es jetzt jeden Tag 2mal; Leckerli sind was ganz tolles und wie man Frauchen dazu bewegt noch ein weiteres rauszurücken; Gassi gehen macht Spaß und Hund wird nicht zurückgelassen; Hasenknödel sind essbar; Kühe und Pferde auf der Weide sind ungefährlich und natürlich die Grundkommandos, die ein gut erzogener Hund nach Frauchens Meinung wirklich können sollte (da müssen wir allerdings noch so einiges mit ihm üben).
Was wir unter anderem von ihm gelernt haben: Gelassenheit auch in auswegslosen Situationen zu bewahren (wir üben noch!), Grobmotoriker meinen es nicht böse, wenn sie einen umrennen - sie können es nur nicht besser, dafür erträgt ein solcher Meutehund wie unser Andalusier es mit Fassung, wenn man mal über ihn hinweg latscht und wird nicht gleich böse; Silvesterknallerei übersteht man am besten, wenn man sich ruhig neben Frauchen legt und kuschelt; wenn es einem schlecht geht, muss man die anderen nicht vor lauter Zorn kneifen (Bijou hat leider bei der Umsetzung noch Schwierigkeiten); auch zu dritt kann man Frauchens Bett besetzen und es sich dort gemütlich machen; nicht jeder kläffende Nachbarshund verdient einen Kommentar; Osterhasen sind eigentlich eher zum Jagen und nicht zum Hüten da!
Was Frauchen so alles gelernt hat: Sie weis jetzt was Kokzidien, Giardien und Mikro- und Makro- Filarien (Diafilarien) sind und wie man sie wieder loswird; ein Hund in Chemotherapie kann stöhnen wie ein Mensch; mit drei Hunden alleine Gassi gehen kann zum richtigen Abenteuer werden; Frau muss überall Augen haben; als erstes bringen die Bergers dem Neuzugang allen unerwünschten Unfug bei; drei Hunde mit nur zwei Händen gleichzeitig streicheln ist recht schwierig; eine 10 Meter Schleppleine mit einem Jägermeister am anderen Ende ist eine echte Herausforderung und sie schützt nicht vor unerwünschtem Jagderfolg (er hat es neulich geschafft mit einem Sprung eine kleine Ratte zu erbeuten und dann eine viertel Stunde stolz mit sich rumzuschleppen!).
Wie ihr wohl alle unschwer diesem Geschreibsel entnehmen könnt: es war ein ereignisreiches Jahr, gespickt mit neuen Erfahrungen und vielen lustigen aber auch manchmal traurigen Erlebnissen. Inzwischen haben wir uns gut aneinander gewöhnt und unser Alltag hat sich entsprechend verändert.
So treiben wir nun täglich wieder mehr Sport, d.h. die Gassirunden sind noch ausgedehnter, damit wir den Jungspund müde kriegen. Auf fast jedem Gassigang findet für uns Bergers das euch sicher noch nicht so bekannte Leinen-Agility statt. Was das ist fragt ihr euch? Na stellt euch mal diese 10 Meter Schleppleine unseres Jägermeisters vor. Die ist immer da, wo sie gerade nicht sein soll und wenn Berger von links nach rechts will, gibt es nur einen Weg: drüber hüpfen! Außerdem trainiert diese Leine das Reaktionsvermögen enorm, passt du nicht auf, erwischt sie dich kalt beim Schnüffeln, treibt dich mächtig voran und macht dir Beine. Bijou hat erst letztens ausprobiert wie sich das anfühlt, wenn man sich darin einwickelt und Purzelbäume schlägt.
Dank unseres andalusischen Jägermeisters und seiner Hundeschulbesuche sind wir nun auch zu Fährtenschnüffelhunden geworden. Besonders Ariette geht darin auf und hat damit endlich eine Aufgabe gefunden, die ihr Selbstbewusstsein enorm hebt. Neulich waren sie und Frauchen sogar so vertieft beim Spurenschnüffeln, dass sie fast von einem galoppierenden Pferd mit Reiter platt gerannt worden wären. Ari hat doch normalerweise enorme Angst vor herangaloppierenden Pferden und so was entgeht ihr eigentlich nicht, aber sie hat nur erstaunt aufgeschaut und dem Tier einen bitterbösen Blick zugeworfen, als wenn sie sagen wollte, “Du störst meine Arbeit, hau bloß ab da” und dann ging’s mit Volldampf weiter der Spur nach, kein Gekläffe wie sonst üblich.
Es gibt noch so viel zu berichten, aber da wir wie immer spät dran sind, heißt es: Fortsetzung folgt. Vielleicht lassen wir dann auch Frauchen mal zu Wort kommen. Wir wünschen euch allen ein wunderschönes Osterfest mit vielen Ü-Eiern. Wenn alles klappt sehen wir den einen oder anderen auf der Clubschau, bis dahin seid alle lieb gegrüßt, Ariette und Bijou (Petit Princesse)
Kleine Prinzessin im Doppelpack….. Hütetest 2005 in Pfronstetten
Auch wir, Ariette und Bijou (Betzi) Petit Princesse, durften diesmal mit dabei sein, und dabei sein ist doch bekanntlich alles!!!Für uns war es seit langer Zeit die erste von Bergers dominierte Veranstaltung, an der wir teilnehmen konnten. Wie haben wir uns gefreut, als Frauchen verkündet hat, dass diesmal auch unsere großen Brüder mitfahren werden. Leider ist das ja nicht mehr oft der Fall, und wir zwei Mädels sind immer etwas traurig, wenn sie mal wieder die Gesellschaft ihrer Computer der unseren vorziehen. Frauchen tröstet uns dann immer und sagt, so ist das Leben leider, wenn aus Kindern große Leute werden…
Aber zurück zum eigentlichen Geschehen:
Es wurde also mal wieder mächtig gepackt und wir machten uns bereits freitags auf den Weg nach Süden. Einen kleinen Wehmutstropfen gab es dann allerdings, als zu allem Überfluss ein Zwischenstopp bei unserem Tierarztfreund in Heidelberg angesagt war. Wieso muss Frauchen auch immer das Unangenehme mit dem Angenehmen verbinden? Na ja, auch das haben wir mal wieder, wenn auch mit einigem Gehechel und Gejammer, überstanden.
Nach einer langen Fahrt und etlichen Wochenendstaus waren wir dann endlich auf der grandiosen Schwäbischen Alb angekommen. Da war ich doch schlagartig wieder wach und habe erstmal einen Affentanz im meinem Käfig veranstaltet. Ich wollte doch sofort über die schönen großen Wiesen rennen!!! Zum Glück hatte Frauchen schließlich doch ein Einsehen, hat uns dann auf einer solchen geparkt, und wir haben schnell ein Hundepicknick veranstaltet. - Das Frauchen aber auch immer denken muss wir könnten bis zum Hotel durchhalten! - Meine Schwester Ariette war auch ganz glücklich nun endlich ihrer Kiste zu entfliehen und die neue Gegend zu inspizieren. Viel besser als die Stopps auf den Autobahnraststätten, die sind ihr schon immer ein Gräuel gewesen. Mit gefüllten Bäuchen konnten wir dann beruhigt die letzten Kilometer bis zu unserem Hotel überstehen. Nur die Schäferei Fauser haben wir leider auf der Hinfahrt nicht mehr in Augenschein nehmen können, denn die netten Leute vom Straßenbauamt haben uns mit ihrer Umleitung quer durch die Alb geschickt, bis wir dann endlich in Zwiefalten in unserem Hotel angekommen sind. Erschöpft von der langen Reise haben wir uns noch einen kleinen Spaziergang gegönnt und sind dann aber ganz schnell, nach einem Stoßgebet für gutes Wetter, ins Bettchen gehuscht.
Tja und am nächsten Morgen war es dann endlich soweit, das Stoßgebet hatte geholfen, kein Regen mehr. Also erst einmal ein Gassigang und natürlich bestanden die Zweibeiner nun auch noch auf ihr gemütliches Frühstück, was unsere Geduld erheblich strapazierte. Aber dann ging es endlich ab zum Hütetest. Inzwischen hatten wir Frauchen auch überzeugt doch einfach die Umleitungsschilder zu ignorieren und den Berger-Schildern zu folgen, wir sind da immer etwas experimentierfreudiger als Frauchen. Nach einer endlos scheinenden Holperstrecke, gespickt mit etwas irritiert blickenden Straßenarbeitern konnten wir sie endlich sehen - Hurra, die Schäferei Fauser!-. OH wie haben wir uns gefreut und konnten es gar nicht abwarten da rumzutollen. Da liefen ja so viele Bergers umher - wie wir das vermisst haben-. Während Frauchen sich dann beim Meldetisch angestellt hat, haben wir erstmal versucht alles zu erkunden. Ich, Bijou, bin da ja immer etwas vorsichtiger und bleibe doch lieber in Frauchens Nähe, aber Ariette rennt immer los und geht die anderen Hunde begrüßen. Wir hatten Glück und die netten Damen bei der Anmeldung haben Frauchen nicht so lange warten lassen, so dass wir dann ausgiebig Zeit hatten mit den anderen Bergers herumzutollen und fangen zu spielen. Na ja, ich gestehe, dass mir auch das oft nicht auf Anhieb so gut gelingt. Leider kann ich es mir nicht abgewöhnen die anderen zunächst mal anzubellen, aber mit Bergers ist das immer wieder schön, denn die kümmert das ja nicht weiter, im schlimmsten Fall kläffen die einfach zurück. Wie sagt Frauchen immer: “ihr seid doch alle gleich bekloppt”.
Leider ist immer dann Ende mit dem Spaß, wenn es am schönsten ist. So auch diesmal, schließlich hieß es an die Leine und bei den Stühlen Sitz machen und warten. Och wie langweilig! Nun sollten wir zuschauen wie die ersten Hunde in diesem komischen Zaunkreis mit den Schafen spielen durften. Aber was sahen wir da, die wurden ja wirklich von der Leine losgelassen und waren da drin auf sich gestellt. So etwas kannten wir noch nicht. Selbst bei Herrn Haus auf dem Seminar gab es das in der Form nicht. Oh wie würde das wohl werden?
Und was soll ich euch sagen, ich Bijou, die Kleine, die doch sonst immer die Nummer 2 ist, durfte diesmal als erste mit Frauchen alleine los. Die Dame von der Anmeldung hatte meinen schon so lange gehegten Wunsch, auch mal die Nummer 1 zu sein, wahr werden lassen! Aber eigentlich wusste ich nun gar nicht wie mir geschah. Frauchen ist also mit mir um diesen Zaun gelaufen. Ich fand das noch interessant, vor allem, da sie mich diesmal wohl nicht davon abhalten wollte diese komischen Schafe anzukläffen. - Ihr müsst nämlich wissen, dass ich das sonst nicht wirklich darf, aber doch immer wieder gerne probiere! - Dann geschah noch was total Unerwartetes. Frauchen ging mit mir in den Pferch und lies mich doch glatt von der Leine, sagte kein Wort zu mir (was hatte ich bloß falsch gemacht?), drehte mir den Rücken zu und versuchte sich zwischen diese komischen Viecher zu mischen. Jetzt war ich total aus dem Konzept. So etwas hatte es noch nie gegeben. Da bin ich doch nun 8 Jahre alt geworden aber so perplex war ich noch nie. Nach einem weniger geglückten Versuch irgendwie an Frauchen ranzukommen kam meine Rettung. Was sah ich da? Mein großer zweibeiniger Bruder stand mit einer total aufgebrachten Ariette nicht weit vom Zaun weg. War ich froh ihn zu sehen und Ariette zu hören. Also nichts wie erstmal zu den beiden an den Zaun gelaufen. Ich dachte mir, wenn Frauchen sich schon nicht um mich kümmerte und nicht mit mir sprach vielleicht hätte ich bei den beiden mehr Glück. Ich hatte Glück, kaum war ich am Zaun angelangt, besann sich Frauchen auch endlich wieder meiner und das große Schweigen wurde gebrochen. Sie tauchte endlich aus dieser dummen Schafherde auf und rief mich zu sich. Wie glücklich ich war, tja und dann sind wir zusammen von dannen gezogen. Ich wollte auch nur noch wieder zu meiner Schwester.
Zum Glück tauschten die netten Herren der Veranstaltung jetzt die Schafherde aus. Die Viecher hatten wohl schon genug von uns Bergers, sie hatten bei unserem Auftritt ja nur im Pool rumgestanden und sich nicht wirklich von Frauchen in Bewegung setzten lassen.
Durch den Austausch hatte Frauchen auch eine wohlverdiente längere Verschnaufpause bevor sie mit meiner Schwester Ariette zum Auftritt musste. Den durfte ich leider nicht mit ansehen. Frauchen hatte mit den Jungs Klartext gesprochen und angeordnet, dass das Zappelbündel Bijou vom Zaun fernzuhalten sei. Wie gemein, ich hätte doch auch gerne am Rande meinen Kommentar abgegeben, aber es half nichts, selbst kein mich bockig auf die Erde schmeißen. Nils klemmte mich einfach untern Arm und schleppte mich zum Auto. Somit kann ich euch die folgenden Ereignisse nur aus zweiter Hand wiedergeben.
Im Prinzip lief Ariettes Auftritt wohl ähnlich wie meiner, nur mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass sie als sie bemerkte, dass Frauchen ihr ausnahmsweise mal keine Anweisungen geben würde, die Gunst der Stunde genutzt hat. Sie ist wie ein wilder Handfeger hin und hergeflitzt und hat diese Schaftiere angekläfft und ein bisschen hin und her gejagt. Später haben wir dann daheim auf dem Video sehen können wie sie dummerweise die einzelnen Schafe stehen lässt und dafür versucht die große Gruppe der Schafe zu den beiden einzelnen zu jagen. Aber so ist sie halt, oft sehr stürmisch und hitzig und letztendlich war Frauchen das alles wohl auch nicht so ganz geheuer. Sie kennt das Temperament meiner großen Schwester und weiß, dass sie ganz schnell über die Strenge schlagen kann. Also hat sie Ariette dann - verbotenerweise- schließlich doch verbal gebremst. Damit war dann auch für die beiden der Auftritt zu Ende und wir hatten somit beide einen Zettel, der uns “keine” Hüteveranlagung bescheinigt. Tja, und die Jungs hatten ihre Wette mit Frauchen verloren, denn sie hatten wohl gedacht, dass ich, die sonst an keiner Herde ohne Kommentar vorbeikomme, wohl eher auf die Schafe zugehen würde, als meine Schwester Ariette. Frauchen war allerdings von Anfang an überzeugt gewesen, dass Ariette da schon eher selbständiger handeln würde als ich. Frauchen scheint uns doch besser einschätzen zu können als ich dachte.
Nach uns hatten noch ganz viele Hunde Gelegenheit ihr Hütekönnen unter Beweis zu stellen. Manchen gelang es sehr gut, andere waren gar nicht interessiert und einige wenige waren den Schafen eindeutig nicht wohl gesonnen. Frauchen beobachtete das alles noch mit viel Interesse. Wir hingegen fanden die Schafswürste, mit denen sich unsere großen Brüder gestopft haben, noch viel interessanter als das weitere Treiben im Pferch.
Resume: Wir hatten ein wunderbares Wochenende auf der Schwäbischen Alb mit viel Spaß und netten Hundebegegnungen und wir sind froh, dass unser Frauchen solche Tests als Spaß an der Freude ansieht und nicht traurig war, dass wir den Test nicht bestanden haben. Im Gegenteil sie hat mich und die Jungs dann noch mal getröstet, dass das Ergebnis ganz in Ordnung war, denn wir sollten ja bedenken, dass wir seit unserem Welpenalter konditioniert wurden keine Schafe zu scheuchen und nur auf Kommandos zu agieren. Ich hoffe die Jungs haben verstanden was Frauchen damit meint, ich nicht wirklich, aber eins habe ich verstanden, dass sie stolz auf uns ist, dass wir die Schafe unversehrt gelassen und nicht zerzausselt haben!
Bleibt also zum Schluss noch zu erwähnen: einen ganz herzlichen Dank an die Organisatoren und Helfer, dass wir an so einer Veranstaltung teilnehmen durften. Wir sind um eine neue Erfahrung reicher, ansonsten machen wir weiter wie bisher (siehe Zeichnung)…
Liebe Grüße an Euch alle von, Bijou und ihrer Schwester Ariette
Kleine Prinzessin im Doppelpack – auf dem Hüteseminar in Hohenahr... (Sommer 2005)
Anfang Juli haben wir in Hohenahr bei Herrn Haus ein Hüteseminar besucht. Wie wir dazukamen? Na ja, Frauchen war der Meinung es wäre doch mal interessant für sie etwas über Hüten zu erfahren, wo sie doch mit zwei Hüte-Hunden unter einem Dach lebt. Und wenn Frauchen sich was vornimmt, heißt’s für uns aufgepasst, damit wir nicht vergessen werden. Also war an Schlafen die Nacht vor dem Seminar schon mal nicht zu denken, denn ein vollgestopftes Auto muss daran gehindert werden ohne uns abzufahren.
Nach der kurzen Nacht ging’s dann Samstagmorgen recht früh los. Na ja, da wir vor lauter Aufregung mal wieder länger als üblich für die Morgenangelegenheiten brauchten, musste Frauchen dann die Karre doch ziemlich treten, um ja auch pünktlich zu sein. Das ist für meine Schwester Ariette immer eine Qual, denn die legt sich einfach nicht hin und schläft nicht wie ich (bin ich nicht ein schlauer Hund?), sondern meint sie muss die ganze Zeit aufpassen, ob Frauchen auch richtig fährt. Entsprechend gestresst und total übergeschnappt ist Ariette dann auch immer bis wir endlich ankommen. Am Samstag war die Fahrt ja nun glücklicherweise nicht zu lang und wir kamen auch pünktlichst in Hohenahr an. Begrüßt wurden wir sogleich von der netten Frau Krämer, die das Ganze ja organisiert hatte, und ein Berger Kollege war auch schon mit seiner Familie da. Nach und nach trudelten immer mehr große Hüte- Kollegen (Beardies wurden die genannt) ein und mir wurde da ja vor Aufregung auch ein bischen mulmig. Deshalb habe ich dann auch immer ganz kräftig Krach geschlagen, damit keiner merkt, was ich für ein Schisser sein kann. Als alle da waren sind wir dann erstmal mit den Autos zu den Schafen gefahren. Die standen auf einer Wiese im Wald und wir haben uns mächtig gefreut, dass wir nun mit den anderen Hunden einfach nur rumrennen und spielen durften, während Herr Haus alles vorbereitet hat. Ich war ganz erstaunt und habe mich gefreut, dass die großen Beardies so nett zu mir waren. Ariette hat da ja weniger Probleme, aber ich bin doch immer eher zickig mit fremden Hunden...man weiß ja nie! Aber da waren ja auch zwei nette Berger Kollegen mit denen ich fangen spielen konnte und somit war die Welt wieder in Ordnung.
Bis es dann hieß sitzen bleiben und sich ruhig verhalten, da die Frauchen und Herrchen der Theorie des Hütens zuhören wollten. Oh wie fanden wir das langweilig und auch einige Beardies haben mächtig gebellt und gemeckert, die hatten wohl auch keine Lust brav still zu sitzen.
Endlich ging‘s dann los und die ersten Hunde durften in die Nähe der Schafe. Aus Sicherheitsgründen waren die Schafe allerdings hinter einem Zaun und die Hunde durften zunächst nur immer außen herumlaufen. Da Frauchen uns ja immer sagt wir sollen uns gefälligst von den Zäunen weghalten, habe ich mir schon gedacht, dass meine große Schwester Ariette da wenig Lust haben wird um den Zaun zu kreisen. Na und es kam wie es kommen musste.
Sie kann ja solch ein geladenes Biest sein, aber sie kann auch ganz auf stur schalten und so gar nichts machen. Da sie die Ältere ist, durfte sie als erste zu den Schafen und zwar just in dem Moment, als der Kuchen für die Frauchen auf den Picknicktisch gestellt wurde. Oh weh, ihr Gesicht sagte mir gleich, dass sie lieber den Kuchen gehütet hätte als Schafe, die sowieso nicht weg können. Sie ist zunächst mal artig, um Frauchen den Gefallen zu tun, einige Runden mit um den Zaun getrabt, aber als Frauchen dann mitten zwischen die Schafe gegangen ist und sie auf der anderen Seite des Zauns bleiben sollte, na da hat sie keinen Bock mehr gehabt. Zu allem Überfluss kam dann auf der Straße auch noch ein großer Pick-up.tja und dann hat sie gemacht, was sie am besten kann in solchen Situationen: sich hinsetzten und alle nervigen Dinge beschwichtigen. Sie weiß ja, dass Frauchen diese Signale, Dank des besuchten Seminars bei Turid Rugas inzwischen gut versteht, und ihr war klar, dass sie jetzt gleich erstmal wieder vom Schafehüten zum Kuchenhüten gehen durfte. Klever die Große, was? Später hat sie mir dann auch noch verraten, dass Frauchens Sorge, sie könne mal wieder unbedingt beweisen wollen, was so in einem Berger steckt, natürlich auch bewogen hat, doch lieber erstmal ihr Prinzessinverhalten zu zeigen.
Als ich dann dran war, habe ich auch versucht, mich möglichst gesittet zu benehmen (ich will doch meiner großen Schwester nie in was nachstehen!). Ein bischen Theater am Zaun gemacht habe ich dann aber doch, weil ich dachte Herr Haus ist sonst so traurig, wenn er meint, auch ich hätte kein Interesse an seinen Schafen. Aber ehrlich, so richtig Lust hatte ich an dem Tag auch nicht, obwohl ich doch beim Spaziergang immer mit Vorliebe die Schafe auf der Weide mit meinem Gekläffe zum Rennen bringe. Außerdem hatten ja unsere Berger Kollegen Derrick und Blanche längst bewiesen wie sehr Pyries sich für Schafe interessieren, wieso soll sich da die kleine Prinzessin auch noch so anstrengen? Da stehe ich doch lieber weiter Modell für die Zeichnungen unseres Adoptivherrchens. Ja ihr habt richtig gelesen, er hat inzwischen eine kleine Serie unserer Erlebnisse und Gedanken in Zeichnungen festgehalten und wir hoffen sie euch bald einmal vorstellen zu können, eine kleine Kostprobe haben wir diesem Geschreibsel beigelegt.
Aber zurück zum Hüteseminar. Wir hatten einen herrlichen Tag und haben viel erlebt und auf der Heimfahrt haben wir uns noch köstlich über Ariette und das angebliche Verwechselspiel amüsiert. Ihr müsst nämlich wissen, dass Herr Haus Ariette dann noch eine zweite Chance geben wollte. Diesmal ist er nicht mit in die Schafherde rein, sondern hat Frauchen alleine zu den Schafen geschickt und hat sich abseits auf einen Heuballen gesetzt. Tja, das war dann eher nach Ariettes Geschmack. Sie ist um den Zaun rumgeflitzt und hat Theater gemacht und sich aufgeregt, dass Frauchen da drin ist. Und Herr Haus wollte nicht glauben, dass das derselbe Hund von morgens war...er hat Frauchen immer wieder gefragt, ob sie sich sicher ist und nicht vielleicht A und B verwechselt hat oder ihn vielleicht austricksen will und B statt A mitgebracht hat. Wie kann man diese beiden auseinanderhalten? Wir haben’s ihm nicht verraten!
Damit wäre dann auch unser Bericht von einem schönen Tag unter ganz vielen Hunden zu Ende.
Wir freuen uns auf den Hütetest im August und hoffen kommen zu können und vielleicht dort auch ein paar alte Freunde zu treffen.
Bis dann liebe Grüße an alle Bergers und ihre Zweibeiner von den zwei kleinen „Monster"-Prinzessinnen Bijou und Ariette
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